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Der Pleißenhof will wachsen

Die Pleißenhofgemeinschaft ist zunächst einmal eine beim Amtsgericht Leipzig eingetragene Genossenschaft und als solche seit 2013 Eigentümerin des Pleißenhofes. Sie besteht aus 16 Mitgliedern und 2 Fördermitgliedern, der Großteil der Mitglieder lebt auf dem Pleißenhof, aber auch einige ehemalige Hofbewohner sind weiterhin stimmberechtigte Mitglieder. Wichtige Entscheidungen werden in Generalversammlungen satzungsgemäß möglichst einstimmig getroffen. Der gewählte Vorstand vertritt die Genossenschaft nach außen.

 

Nicht ganz deckungsgleich damit ist die Hofgemeinschaft. Zu ihr gehören derzeit 7 Familien, insgesamt 13 Erwachsene und 18 Kinder, also alle, die in der Bornaischen Straße 68 leben. Wir wohnen zur Miete in separaten Wohnungen, Vermieterin ist die Genossenschaft (s.o.). Die Erwachsenen sind um die 40 Jahre alt, die Kinder zwischen 2 und 16. Nach außen mag die Gruppe sehr homogen wirken, trotzdem besteht sie aus unterschiedlichen Charakteren mit je eigenen Ansichten, Erwartungen und Überzeugungen. Die große Bandbreite an Kompetenzen und Hintergründen ist dabei Stärke und Herausforderung zugleich. Was uns grundsätzlich eint, ist die gemeinsam übernommene Verantwortung für den Hof mit seinen Freiräumen, Möglichkeiten und mit den Verpflichtungen, die die genossenschaftliche Selbstverwaltung, die sanierungsbedürftigen Gebäude und das Grundstück mit sich bringen. 

 

Der gemeinsam zurückgelegte Weg hat Spuren hinterlassen. Wir tun uns oft schwer, verbindliche Entscheidungen zu treffen und Konflikte auszutragen, konnten uns aber bislang immer wieder zusammenraufen und haben uns einen langen Atem zugelegt. Und wir sind geübt darin, uns mit kreativen Lösungen aus vermeintlichen Sackgassen herauszumanövrieren. Die Erarbeitung einer wertschätzenden Gesprächskultur und die Suche nach effizienteren Entscheidungswegen begleitet uns von Beginn an und wird uns in unseren wöchentlichen Treffen weiter beschäftigen. Auch die Balance zwischen der Verantwortung als Immobilienbesitzer*innen, Unternehmer*innen und Vermieter*innen einerseits (Genossenschaft) und dem Wunsch nach geruhsamem Leben in nahezu ländlicher Idylle andererseits will immer wieder neu gefunden werden. 

 

Regelmäßige Baueinsätze bedeuten dabei einen Gewinn für die Entwicklung des Hofes und der Gemeinschaft. Die Teilnahme an diesen Einsätzen wird ebenso vorausgesetzt, wie die Beteiligung an der genossenschaftlichen Selbstverwaltung.

 

Wir wollen in eine neue Ausbauphase starten, um den noch ungenutzten Freiraum teilweise in Wohnraum zu verwandeln. Dafür gilt es, ein realistisches und sicheres Ausbauszenario zu entwickeln und umzusetzen. Dabei sind wir auf eure Tatkraft, Kreativität, Risikobereitschaft und ein finanzielles Einstehen angewiesen. Frühester Einzug könnte nach aktueller Planung des Architekten Anfang 2023 sein.

Genossenschaftliche Bewohner*innen wohnen zu marktüblichen Mietkonditionen. Für den Eintritt in die Genossenschaft ist eine Einlage von mindestens 400 € pro zukünftig bewohntem Mietquadratmeter vonnöten. Eine Summe, mit der die Pleißenhofgemeinschaft wirtschaften muss und die bei Verlassen der Genossenschaft wieder ausgezahlt wird. 

Wir suchen jetzt nach Menschen, die zukünftig auf dem Hof ihr Zuhause haben wollen und bereit sind, sich aktiv in die Bauphase einzubringen. Wir wollen gerne heterogener werden, deshalb sind Interessent*innen anderen Alters oder mit anderen Lebensentwürfen als wir selbst besonders willkommen.

Bitte meldet euch bei Interesse bis zum 15. Oktober 2020 und haltet euch die Wochenenden 21./22.11. sowie 28./29.11. für ein eventuelles Kennenlernen frei. Ende Oktober hört ihr von uns. 

Stellt euch auf maximal einer A4-Seite vor und schickt diese an: pleissenhofgemeinschaft@gmx.de

Fragen, die uns interessieren, sind zum Beispiel: Wer seid ihr? Was ist eure Motivation? Wo und wie habt ihr bisher gelebt? Was macht ihr beruflich? Gibt es Erfahrungen in Gemeinschaften? Seid oder wart ihr unternehmerisch tätig? Wofür brennt ihr?

Also ran an die Stifte und losgeschrieben!

Wir sind gespannt auf euch.

Eure Pleißenhofbewohner*innen